Karin Pliem

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Lucas Gehrmann
Karin Pliem: Konvolutionen (2014)

Karin Pliem zeigt uns eine Natur, die es von Natur aus nicht gibt: auf ihren Leinwänden treffen verschiedenartige Lebewesen aus unterschiedlichen Ökosystemen und Weltregionen zusammen, auf- und verblühende Gewächse aus Tropenwäldern und Alpentälern mit transgenen Pflanzen, mit Meeres- und Süßwassertieren oder auch mit im Malprozess neu geschaffenen Blüten-Hybriden. Alles floriert, fließt, morpht und expandiert in […]

Lucas Gehrmann
Zwei Mitten. Karin Pliems Malerei als Multilog zwischen Wir und Ich

„Immer wieder auf der Suche nach der Mitte“, notiert Karin Pliem 2011 in ihr Reisetagebuch auf der thailändischen Insel Kho Ngai, an deren Stränden sie angeschwemmte Korallenfragmente, vom Wasser erodierte Samenkapseln und Kokosnussschalenrelikte sammelt und zwischendurch getupfte Blätter findet, deren „wunderbares Aussehen diese nach genauerer Betrachtung nicht von der Natur, sondern von angeschwemmten Erdölresten“ erhalten […]

Matthias Boeckl
Leben, Sein und Kunst, Zur Malerei von Karin Pliem (2010)

Karin Pliems Malerei berührt den Betrachter auf eine unmittelbare und ursprüngliche, gänzlich unerwartete Weise. Ohne jeden Umweg blickt man direkt in eine betörende Bilderwelt des Blühens und Vergehens. Bekannte und fremdartige Pflanzenformen schweben in einem undefinierbaren Bildraum ohne Tiefe, oft nur angedeutet von Wolken und diffusen weißen Schleiern. Erregende Violett-Töne stehen neben Altrosa und Bernsteingelb, […]

Wolfgang Hilger

Wenn man – wie der Autor – etliche Jahrzehnte im Bereich der bildenden Kunst gearbeitet hat und dabei das Kommen und Gehen von oft nur kurzlebigen Tendenzen und Attitüden über sich ergehen lassen musste, wird man – so man nicht vom unverbesserlichen oder naiven Fortschrittsglauben erfüllt ist, wonach das Neue stets das Bessere sei – […]

Axel Steinmann
BILDER VOM FLUSS DER DINGE (2007)

In eine neue Gestalt verwandelte Wesen will ich besingen. Ihr Götter, seid gnädig meinem Beginnen, denn ihr habt ja auch jene verwandelt, und leitet meinen Gesang vom Urbeginn der Welt ununterbrochen fort bis auf meine eigene Zeit. Ovid: Metamorphosen I 1-4, Vorrede 1 (Übers.: Gerhard Fink, 1989) 1. FREMDLAND Das Risiko der Abgrenzung des eigenen […]

Annemarie Schermer

In den Bildern von Karin Pliem kommen die kleinen Wunder des Alltags in den Blick: der Mikrokosmos einer Frucht, gläsern schimmernde Fischkörper, die Klarheit der Blattstruktur oder die artifizielle Ästhetik einer Blüte. In besonderer Weise lenken die großformatigen Stillleben die Betrachterneugier auf sich: opulent farbige Objekte werden virtuos herangezoomt, so als würden sie haptisch wahrnehmbar. […]

Klaus Albrecht Schröder Karin Pliem (2004)

Karin Pliem malt Stillleben – was einen seltsamen Effekt zeitigt: Blumen überlebensgroß, eine Melone überlebensgroß zu malen, das bedrängt, und es bedrängt umso mehr, als all diese Stillleben den Rahmen zu sprengen scheinen. Sie sprengen, überschneiden den Rahmen – es gibt keinen Raum, es gibt keine Tischplatte, es gibt keine Ebenen, keine Horizontalen auf denen […]