Wolfgang Hilger

Wenn man – wie der Autor – etliche Jahrzehnte im Bereich der bildenden Kunst gearbeitet hat und dabei das Kommen und Gehen von oft nur kurzlebigen Tendenzen und Attitüden über sich ergehen lassen musste, wird man – so man nicht vom unverbesserlichen oder naiven Fortschrittsglauben erfüllt ist, wonach das Neue stets das Bessere sei – […]

Axel Steinmann
BILDER VOM FLUSS DER DINGE (2007)

In eine neue Gestalt verwandelte Wesen will ich besingen. Ihr Götter, seid gnädig meinem Beginnen, denn ihr habt ja auch jene verwandelt, und leitet meinen Gesang vom Urbeginn der Welt ununterbrochen fort bis auf meine eigene Zeit. Ovid: Metamorphosen I 1-4, Vorrede 1 (Übers.: Gerhard Fink, 1989) 1. FREMDLAND Das Risiko der Abgrenzung des eigenen […]

Annemarie Schermer

In den Bildern von Karin Pliem kommen die kleinen Wunder des Alltags in den Blick: der Mikrokosmos einer Frucht, gläsern schimmernde Fischkörper, die Klarheit der Blattstruktur oder die artifizielle Ästhetik einer Blüte. In besonderer Weise lenken die großformatigen Stillleben die Betrachterneugier auf sich: opulent farbige Objekte werden virtuos herangezoomt, so als würden sie haptisch wahrnehmbar. […]

Klaus Albrecht Schröder Karin Pliem (2004)

Karin Pliem malt Stillleben – was einen seltsamen Effekt zeitigt: Blumen überlebensgroß, eine Melone überlebensgroß zu malen, das bedrängt, und es bedrängt umso mehr, als all diese Stillleben den Rahmen zu sprengen scheinen. Sie sprengen, überschneiden den Rahmen – es gibt keinen Raum, es gibt keine Tischplatte, es gibt keine Ebenen, keine Horizontalen auf denen […]